Bargeld abheben in Vietnam: Währung, Automaten, Gebühren & Co.

Vietnam Flagge

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Wer in Vietnam unterwegs ist, für den spielt spielt Bargeld eine entscheidende Rolle, denn der bargeldlose Zahlungsverkehr ist nur bedingt möglich. Man sollte sich entsprechend vorher informieren wo man Geld abheben kann, welche Wechselkurse gelten und was beim Währungstausch zu beachten gibt.

Der Dong: die Währung in Vietnam

Die Landeswährung von Vietnam ist seit 1978 der „Dong“. Das Währungssymbol für den Dong ist ein kleines hochgestelltes „d“ mit einem Querstrich, das meist zudem unterstrichen dargestellt wird. Im Rahmen des internationalen Zahlungsverkehrs wird der vietnamesische Dong mit „VND“ abgekürzt. Die vietnamesische Bezeichnung „Dong“ bedeutet „Kupfer“, da die Münzen früher vor der Kolonisierung der Franzosen aus Kupfer bestanden.

Der Umgang mit der Währung gestaltet sich für Europäer in Vietnam äußerst ungewohnt, denn hier wird mit hohen Zahlen hantiert. Mit Bargeld ausgestattet, tragen Reisende oft Millionen Dong in ihrem Geldbeutel, doch der tatsächliche Wert ist sehr niedrig.

Der Wechselkurs in Bezug zum Euro beträgt je nach aktuellem Stand ungefähr: 1 EUR = 27205,96 VND (Stand 19. September 2017). Der Kurs ändert sich täglich. Ein Dong sind 10 Hào (wie 10-Cent-Stück) oder 100 Xu (wie Cent), doch diese kleinen Einheiten spielen aufgrund von dem geringen Wert der Währung bereits seit geraumer Zeit keine Rolle mehr. Der vietnamesische Dong gilt als die Währung mit dem weltweit niedrigsten Wert.

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Beispiele für das Verhältnis Euro – Dong:

  • 10 EUR = 272.241,40 VND
  • 100 EUR = 2.722.414,00 VND

Neben dem Euro stellt auch der US-Dollar eine beliebte Fremdwährung in Vietnam dar.

Beispiele für das Verhältnis US-Dollar – Dong:

  • 10 $ = 227.270,00 VND
  • 100 $ = 2.272.700,00 VND

In Vietnam werden Banknoten und Münzen von der Staatsbank Vietnam als Bargeld ausgegeben. Die Banknoten (Geldscheine) ab 10 000 Dong bestehen seit 2003 aus dem Kunststoff Polymer. Die früheren Geldscheine aus Baumwolle (50 000 VND und 100 000 VND) wurden im Jahr 2007 aus dem Verkehr genommen und sind nicht mehr gültig. Die vietnamesischen Banknoten gibt es mit folgenden Werten:

Banknoten mit ihrem Nennwert und Wert in Euro (nach Kursstand 19.09.2017):

  • 100 Dong (0,003673 Euro)
  • 200 Dong (0,007346 Euro)
  • 500 Dong (0,01837 Euro)
  • 1000 Dong (0,03673 Euro)
  • 2000 Dong (0,07346 Euro)
  • 5000 Dong (0,18366 Euro)
  • 10.000 Dong (0,36729 Euro)
  • 20.000 Dong (0,73452 Euro)
  • 50.000 Dong (1,8363 Euro)
  • 100.000 Dong (3,6726 Euro)
  • 200.000 Dong (7,3452 Euro)
  • 500.000 Dong (18,3630 Euro)

Alle Banknoten zeigen auf der Vorderseite das Bild von dem verehrten vietnamesischen Revolutionär und späteren Präsidenten Ho Chi Minh. Die Rückseite zeigt auf jedem Geldschein ein anderes Motiv, wie zum Beispiel eine Seeplattform (10 000 VND), die Japanische Brücke in Hoi An (20 000 VND), die Stadt Hue (50 000 VND), der Literaturtempel Van Mieu (100 000 VND), die Vinh Ha Long Bucht (200 000 VND) und Ho Chi Minhs Geburtsort in Kim Lien (500 000 VND).

Seit dem 17. Dezember 2003 werden in Vietnam auch wieder Münzen von der Staatsbank ausgegeben, die in der Münzanstalt von Finnland geprägt wurden. Die Dong Münzen gibt es mit folgenden Nennwerten:

  • 200 Dong Münze aus Stahl mit Nickel überzogen
  • 500 Dong Münze aus Stahl mit Nickel überzogen
  • 1000 Dong Münze aus Stahl mit Überzug einer Kupfer-Zink-Legierung
  • 2000 Dong Münze aus Stahl mit Überzug einer Kupfer-Zink-Legierung
  • 5000 Dong Münze aus einer Kupferlegierung

Möglichkeiten für den Bezug von Bargeld in Vietnam

Dong Währung

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In Vietnam ist grundsätzlich Bargeld das bevorzugte Zahlungsmittel. Die Zahlung mit Kreditkarten ist vorwiegend in Hotels, gehobenen Restaurants, Reisebüros sowie oft auch in großen Einkaufszentren und bei Autovermietungen möglich. Dabei ist zu beachten, dass diese eine Gebühr für die Kreditkartenzahlung erheben können, meist prozentual zur Kaufsumme. Die bargeldlose Zahlung mit Geldkarten, wie die EC-Karte wird nicht akzeptiert. Für Dinge, wie zum Beispiel einkaufen, essen gehen, Ausgehen, Dienstleistungen, Taxifahrten, Ausflüge, Trinkgeld und Sonstiges, wird Bargeld benötigt. Insbesondere in den kleineren Städten und auf dem Land wird fast ausschließlich bar bezahlt. Zudem ist es vor allem auf dem Land von Vorteil, über Bargeld in kleineren Einheiten zu verfügen. Eine 500 000 Dong Banknote kann hier unter Umständen zu Problemen führen, wenn es um das Wechselgeld geht.

Bargeld kann in Vietnam vor Ort an Geldautomaten, bei Banken, in Wechselstuben, im Hotel sowie in Juweliergeschäften bezogen werden. An Automaten („ATM“ genannt) kann das Geld mit einer Kreditkarte direkt in der Landeswährung Dong abgehoben werden. Möglich ist oftmals (aber nicht immer) auch die Geldabhebung an einem entsprechenden ATM mit einer Debitkarte bzw. EC-/Maestro-Karte. Geldautomaten stehen zahlreich in großen Städten, wie der Hauptstadt „Ho-Chi-Minh-Stadt“ und „Hanoi“ sowie am Flughafen und in Touristengebieten zur Verfügung.

Des Weiteren besteht in Vietnam die Möglichkeit, Geld von Euro in vietnamesische Dong zu wechseln. Der Bargeldwechsel ist in Wechselstuben, in Banken, im Hotel und auch in Juweliergeschäften möglich. Eine weitere Möglichkeit ist es, Reiseschecks (Traveller Cheques) bei Banken gegen Bargeld einzulösen, allerdings werden diese aufgrund der mittlerweile weitverbreiteten Geldautomaten nicht mehr häufig von Reisenden genutzt.

Was beim Währungsumtausch vor Ort beachten?

Bargeld ausländischer Währungen darf in Vietnam eingeführt werden, sodass mehrere Hundert Euro nach Vietnam ohne Probleme mitgebracht werden können. Ab einem Wert von 5000 US-Dollar muss das Bargeld ausländischer Währungen deklariert werden. (Quelle: Auswärtiges Amt). Diese Deklarationspflicht gilt auch für die Einfuhr von Dong ab einer Höhe von 15 Millionen VND. Es wird empfohlen, Euro in eher kleineren Scheinen mitzunehmen, da sich diese problemlos umtauschen lassen.

Ein gewisser Betrag an Bargeld in Fremdwährung sollte zum Wechseln sicherheitshalber immer zusätzlich zu Kreditkarten mitgeführt werden. Einfach für den Fall, dass Geldautomaten nicht funktionieren, keine in der Nähe sind oder es Probleme mit der Kreditkarte gibt. Es sollte nur so viel Geld umgetauscht werden, wie höchst wahrscheinlich benötigt wird. Vor der Rückreise sollten, die übrig gebliebenen Dongs nach Möglichkeit ausgegeben werden, denn die Ausfuhr von Bargeld der vietnamesischen Währung ist verboten. Es wird empfohlen, alle Quittungen aufzubewahren.

An den Landesgrenzen ist ein Geldwechsel nicht möglich. Fremdwährungen lassen sich vor allem bei Banken und in seriösen Wechselstuben zu einem guten Wechselkurs umtauschen. Zu empfehlen ist es, nach den aktuellen Tageskursen Ausschau zu halten (z. B. Internet oder Tageszeitung) oder sich notfalls, die momentanen Wechselkurse von einer Bank vorlegen zu lassen.

Die größten Top Banken sind in Vietnam die „VietinBank“ (Joint Stock Commercial Bank for Foreign Trade of Vietnam), die „Vietcombank“ , die „BDIV“ (Bank for Investment and Development of Vietnam), die „Sacombank“ oder die „Asia Commercial Bank“ (Asia Commercial Joint Stock Bank) als größte inländische Privatbank. Es gibt auch eine Reihe ausländischer Banken, die in Vietnam vertreten sind. Dazu gehört unter anderem die ANZ Bank (Australia and New Zealand Banking Group) in Hanoi und in der Ho Chi Minh Stadt. Es gibt ebenso deutsche Banken, wie die „Deutsche Bank“ (Filiale „Ho Chi Minh Stadt“), die „Berliner Bank“ (Filialen in Hanoi), die „Dresdner Bank“ (Filialen in „Ho Chi Minh Stadt“ und Hanoi) oder die“HSH Nordbank“ (Filiale in Hanoi).

Abgeraten wird der Umtausch bei mysteriösen Straßenhändlern, da auch Falschgeld im Umlauf ist, die Kurse eventuell unvorteilhaft sind oder zu wenig Geld herausgegeben wird. Es ist in Vietnam auch häufig möglich mit Fremdwährungen, wie Euro oder Dollar direkt zu bezahlen. Zu achten ist stets auf unversehrte Geldscheine, da ausländische Banknoten mit Makeln, wie z. B. kleine Risse oder Flecken nicht angenommen werden.

Was beim Bargeldbezug an Geldautomaten beachten?

Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren in Vietnam gut entwickelt, sodass sich auch die Infrastruktur in puncto Geldautomaten für die Bargeldversorgung ausgeweitet hat. In großen und mittelgroßen Städten sowie Touristenzentren stehen ATMs von vietnamesischen und ausländischen Banken zur Verfügung. Zum Beispiel gibt es in der Stadt Hanoi 350 Geldautomaten.

Akzeptiert werden problemlos die gängigen Kreditkarten der Marken Visa und Mastercard sowie auch Debitkarten, wie die Maestro-Karten und Cirrus-Karten, die meist mit einer EC-Karte kombiniert werden. An den Geldautomaten in Vietnam gibt es jedoch Beschränkungen über den möglichen Auszahlungsbetrag. Das Ausgabelimit pro Abhebung liegt häufig bei 2 bis 4 Millionen Dong, je nach Bank. Es ist allerdings möglich, mehrmals Bargeld an den Geldautomaten abzuheben.

Das Abheben von Geld an Automaten ist in Vietnam auch mit Gebühren verbunden. Die Betreiber der ATMs berechnen pro Abhebung eine Gebühr von 20 000 Dong (circa 0,73 EUR). Unter Umständen kommen noch die Gebühren und Auslandszuschläge der Banken hinzu, die die betreffenden Kreditkarten oder Debitkarten ausgegeben haben. Die Hausbank einer EC-Maestro-Karte oder EC-Cirrus-Karte verlangt für den Bargeldbezug im Ausland generell eine Gebühr pro Abhebung. Sie sollten sich bei Ihrer Hausbank vor der Reise nach Vietnam informieren, welche Kosten pro Abhebung anfallen würden.

Einige Anbieter von Kreditkarten und Reisekreditkarten bieten die weltweit kostenlose Bargeldabhebung im Ausland an. Ebenso kann bei den Vertretungen deutscher Banken in Vietnam, wie beispielsweise der „Deutschen Bank AG“ oftmals gebührenfrei Bargeld am Automaten abgehoben werden.

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